Computerzusammenbau – How to.

1. Einleitung

Rechnerzusammenbau ist kein Hexenwerk, wenn man weiß, was man beachten muss. Die folgende Anleitung soll Hilfestellung geben für einen Reibungslosen und fehlerlosen Ablauf des Zusammenbaus.

2. Materialien:

Natürlich braucht man zunächst alle notwendigen Komponenten, um einen lauffähigen PC zu erhalten. In diesem Tutorial soll das Vorgehen anhand folgender Komponenten erklärt werden: komponenten2.jpg

- Motherboard MSI K9A2 Neo-F (AMD 770 Chipset)

- CPU AMD Phenom X3 8450

- 2GB DDR2-800 G.e.i.L. Value

- Grafikkarte Powercolor ATi Radeon HD4650

- Netzteil Xilence “Red Fan” 480 Watt

- HDD

- DVD-ROM

- Gehäuse

- Gehäuselüfter “Alpenföhn”

Neben diesen Bauteilen des Rechners empfiehlt es sich, folgendes Werkzeug und Material bereitzuhalten:

- Schlitzschraubendreher

- Kreuzschraubendreher

- Zange

- Kabelbinder

- Schere

Grundvoraussetzung für den Zusammenbau ist zunächst einmal eine möglichst staubfreie, gut beleuchtete Arbeitsfläche.

3. Herangehensweise:

3.1 Vorbereitung des Gehäuses

Zunächst, nachdem alle Packungen auf Vollständigkeit überprüft sind, wird das Gehäuse geöffnet und auf die Arbeitsfläche gelegt. In vielen Gehäusen sind Abstandshalter bereits angebracht; sollte dem nicht so sein, liegen diese in einem Plastikbeutel bei. Diese müssen so in das Gehäuse eingeschraubt werden, dass sie passend zu den Schraubenlöchern im Motherboard liegen. Es darf KEINESFALLS passieren, dass ein Abstandshalter am Mainboard an einer Stelle anliegt, wo kein Schraubenloch existiert.

3.2 Mainboard

slotblende.jpg Beginnen wir nun mit dem Mainboard. Für das Board, wie auch für alle weiteren Komponenten, die man verbaut gilt: Auf keinen Fall auf die Platine fassen, immer an den Rändern halten. Sollte unmittelbar auf eine Platine gedrückt werden, kann es gut zu statischen Entladungen zwischen Körper und Platine kommen, die zwar unmerklich sind, aber ausreichen können, um die empfindlichen Bauteile zu zerstören. Bevor das Board seinen Weg in das Gehäuse findet, sollte die ATX-Blende hinten im Gehäuse eingepasst werden. Mit leichtem Druck kann die Blende fixiert werden, Schrauben sind hier nicht notwendig.

Nun das Board vorsichtig an den Seiten fassen und auf die Abstandshalter legen. Hierbei darauf achten, dass die Anschlüsse für Maus/Tastatur, USB etc, bündig in die ATX-Blende hineinragen. Es ist unbedingt zu vermeiden, dass das Board über die Abstandshalter „geschoben“ wird, um die Leiterbahnen auf der Rückseite nicht zu beschädigen.

Sobald das Board bündig mit den Abstandshaltern im Gehäuse liegt, zunächst die äußersten Verschraubungspunkte fixieren, jeweils gegenüberliegende Schrauben andrehen, noch nicht festziehen. Anschließend alle anderen Schrauben einschrauben, zuletzt im Uhrzeigersinn die Schrauben handfest ziehen. Immer daran denken: Nach „fest“ kommt „ab“!

3.3 CPU, CPU-Kühler, Wärmeleitpaste

Nun die CPU aus der Packung befreien – auch hier übrigens möglichst an den Seiten anfassen, damit keine Fettfingerabdrücke auf die Oberfläche kommen. Das Einsetzen der CPU ist nahezu narrensicher; es gibt nur EINE Variante, wie die CPU eingesetzt werden kann. Als Orientierungshilfe dient hierzu eine Markierung an einer Ecke der CPU, die direkt an einer gleichgearteten Markierung auf dem Sockel anliegen sollte. Die CPU sollte, nachdem der Fixierhebel am Rand des Sockels aufgestellt wurde, völlig widerstandslos in den Sockel hineingleiten. Falls dieses nicht möglich ist, sollte überprüft werden, ob die CPU richtig gedreht oder ob vielleicht ein Pin leicht verbogen ist.

luefter1.jpgDie CPU wird fixiert, indem der Hebel am Sockel wieder nach unten eingerastet wird; das geht in der Regel mit sanfter Gewalt. Sollte dem nicht so sein, noch einmal die CPU auf korrekten Sitz kontrollieren.

Der CPU-Kühler, in diesem Fall der Boxed-Kühler, ist bereits mit einem Wärmeleitpad an der Unterseite versehen. Sollte ein Kühler verwendet werden, der nicht mit einem Wärmeleitpad ausgestattet ist, muss Wärmeleitpaste auf der CPU aufgebracht werden (z.B. Arctic Silver). Hierzu verteilt man die WLP am besten unter Verwendung einer Scheckkarte (Plastik) oder z.B. eines Zahnstochers (Holz) hauchdünn und gleichmässig auf der CPU. Es ist darauf zu achten, dass die Paste nicht zu dick aufgetragen wird. Der Kühler wird zunächst an einer Seite in die Arretierung eingehakt, dann auf der gegenüberliegenden Seite ebenfalls. Mittels des am Kühler angebrachten Hebels wird der Kühler mit sanfter Gewalt fixiert. Der Kühler wird zur Stromversorgung am „CPU-Fan“ Steckplatz des Boards (meist in unmittelbarer Nähe des Sockels) angeschlossen.

3.4 RAM

Eine nähere Betrachtung der einzelnen RAM-Bausteine zeigt, dass diese mit Einkerbungen versehen sind, zu denen passend sich Nasen in den Steckplätzen finden. So können die RAMs an sich nicht falsch eingesetzt werden. Zum Einbau die weißen Arretierhebel an den Steckplätzen nach außen kippen und die RAMs mit etwas größerem Druck in die Steckplätze hineindrücken, bis die Arretierhebel zurückklappen und mit einem leisen Klicken einrasten. Über das Handbuch des Boards lässt sich feststellen, welche Steckplätze für Dual-Channel-Betrieb verwendet werden müssen, was gute 10% Leistungszuwachs bringt.

3.5 GPU - die Grafikkarte

Die Grafikkarte wird in den PCIe-Port (bei alten Rechnern alternativ AGP) eingesteckt. Vorher sollte natürlich die entsprechende Slotblende am Gehäuse entfernt werden; ggfs können das je nach Kühlsystem der Karte auch zwei Slotblenden sein. Die Grafikkarte sollte widerstandslos in den Port hineinrutschen; eine Arretierung am Port rastet meist deutlich hörbar ein. Um die Grafikkarte endgültig fest zu montieren, wird sie am Gehäuse verschraubt; je nach Gehäuse sind hier auch „Schnellhalterungen“ möglich.

3.6 Laufwerke - HardDisk, DVD, SSD

DVD-ROM und HDD werden jeweils mit 4 Schrauben im Gehäuse fixiert, im Falle des DVD-Laufwerks muss eine Blende an der Gehäusefront entfernt werden. HDD und DVD-ROM mittels IDE- oder SATA-Kabel mit dem Board verbinden.

3.7 Gehäuselüfter, Belüftung

Um die Gehäusedurchlüftung sicherzustellen, wird an der Rückseite des Gehäuses ein 120mm-Lüfter montiert. Hierbei darauf achten, dass der Lüfter die warme Luft aus dem Gehäuse nach aussen abführt. Die Stromversorgung erfolgt über einen Steckplatz am Mainboard (AUX-Fan, Case-Fan, Sys-Fan).

3.8 Netzteil, Kabelmanagement

kabelstrang.jpgZuletzt wird das Netzteil in das Gehäuse hineingeschraubt. Bei einem Netzteil mit modularem Kabelmanagement sollte man versuchen, mit möglichst wenigen Kabelsträngen auszukommen, um den Luftstrom im Gehäuse nicht zu behindern. Bei Netzteilen ohne Kabelmanagement sollten die überschüssigen Kabel nach Möglichkeit z.B. in leeren Teilen des Laufwerkkäfigs verstaut und mit Kabelbindern fixiert werden. Der korrekte Sitz aller Stromverbindungen sollte noch einmal überprüft werden – sind alle Komponenten korrekt angeschlossen (Mainboard, ggfs gibt es da bis zu DREI Steckverbindungen, Grafikkarte, Laufwerke)??

3.9 Letzte Schritte

Nachdem nun alle Teile verbaut sind, folgt als letzter Schritt der Anschluss der Power-/HDD-LEDs, Reset-Button, Power-Button, Speaker Stecker. Je nach Mainboard ist die Anordnung der Stecker unterschiedlich, also hierzu einfach das Handbuch zurate ziehen.

4. Das Finale

Den Rechner nun noch einen Moment lang geöffnet lassen und einen ersten Testlauf machen. Springt der Rechner an? Werden RAM und CPU korrekt erkannt? Wenn ja – auf geht’s zur Windows-Installation, ansonsten beginnt die Fehlersuche :-x.

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